Rügenbrückenmarathon

kettentreter rennt: Rügenbrückenlauf Halbmarathon 2022

Es geht wieder in die Laufschuhe und das Ticket ist gebucht. Der alte Mann will es nochmal wissen. Der Halbmarathon steht an und diesmal leider komplett ohne vorheriges Training. Dafür das aber dann auch komplett in 4K.  Warum, weshalb und wieso, erfahrt Ihr in diesem Artikel.

Untrainiert auf den Marathon beim Rügenbrückenlauf

Am 22. Oktober gibt es für alle angemeldeten Sportler wieder die Möglichkeit, sich gegeneinander beim Rügenbrückenlauf und DAK-Walking Day zu messen.  Es wird der 14. Rügenbrücken- Marathon, der vom Sportbund der Hansestadt Stralsund ausgerichtet wird. Man kann sich hier an verschiedenen Streckenlängen teilnehmen und „ausnahmsweise“ dabei auch über das bekannte neue Wahrzeichen der Stadt laufen. Sonst ist das nicht möglich, da die Rügenbrücke, die vor 15 Jahren eröffnet wurde, nicht für Fußgänger oder Radfahrer zugelassen ist.  Im Jahr 2021 wollte ich, nach 2017 und 2019 wieder laufen. Leider war die Lage sehr unklar und die Veranstaltung fand nur mit sehr wenigen Teilnehmern statt. 

In diesem Jahr gibt es den Rügenbrückenlauf und den DAK-Walking Day wieder als große „Präsenz-Veranstaltung“ und in einem Anflug von Frühjahrsmotivation hatte ich mir bereits recht zeitig das Ticket gelöst. Blöd nur, dass ich dass dann auch recht instant wieder vergessen hatte. Viel zu viele andere Projekte, Jobs und Privatleben, Reisen, Touren und Videos standen dann auf dem Zettel. Irgendwie wunderte mich es nicht wirklich, als mir vor einigen Wochen der Rügenbrückenlauf wieder in den Sinn kam. Wer meine Aktivitäten bei Strava verfolgt, weiß auch, dass ich nicht wirklich Läufe in das Sportportal geladen habe. Ich bin auch tatsächlich gar nicht viel gelaufen und nun steht diese Veranstaltung vor der Tür. Na toll!

Mein Ticket ist wieder für den Halbmarathon gebucht und ich hätte noch 12 Tage Zeit, irgendwie meine Kondition und den richtigen Laufstil zu finden. Könnte eng werden. 😉 Ich weiß ja, wie mein Körper reagiert, wenn ich zu lange Schritte mache oder die Lunge nach ein paar hundert Metern (und auch nach zwei Kilometern) nicht „aufgeht“ und die Maschine zu sehr pumpen muss. Gut, dass ich seit über 5 Jahren nicht mehr rauche. Schlecht, dass das nicht viel bringt, wenn man nicht trainiert ist. Glücklicherweise habe ich einen ziemlich anstrengenden Job, der auch gut auf die Beine geht. Hier werden die aber die falschen Muskeln trainiert und dass ich 150km am Stück auf dem Rad sitzen kann ist jetzt auch nicht so förderlich für das Projekt. Auch wieder eine ganz andere Muskulaturbeanspruchung, andere Atemfrequenz und völlig anderer Puls. Außerdem macht mir nicht nur das, sondern auch die Kondition noch sorgen. Irgendwo ist sie in den letzten 2 1/2 Jahren hingegangen. Wer sie findet, darf sie bitte wieder zu mir schicken. Klingt alles nicht so gut, oder? Zudem gab es ja noch das große, böse C in den letzten Jahren. Im April 2020 fing ich mir das Teil und lag ein paar Tage um dann wieder Wochen zu brauchen um fit zu werden. Ok. Es gibt ja den Piecks. Dezember 21 den Ersten – alles gut. Januar 22 den Zweiten und auch erstmal alles gut bis 3 Wochen danach. Dann Schnupfen über 10 Wochen als nette kleine Nebenwirkung. Danke Karl! Mit mir nicht mehr. Schon gar nicht, seit mich dann im August 22 das C gleich nochmal auf der Karlsruhe-Tour flachgelegt hat und danach brauchte ich wieder locker 4 Wochen um halbwegs fit zu werden. Ich konnte tatsächlich zu jeder Tageszeit in jeder erdenklichen Position direkt einschlafen. Also zum Verständnis. Ich schlafe für gewöhnlich 4:30h pro Tag und halte es eher wie Lagerfeld. Schlafen kann man, wenn man tot ist. Doch nach der C-Infektion ging das über Wochen im Sitzen, Stehen und direkt im Liegen. Was für ein großer Mist. 

Ich bin in den letzten zweieinhalb Jahren auch nicht wirklich zimperlich mit meinem Kadaver umgegangen. Resultat: ein permanentes Magengeschwür an der Bauchspeicheldrüse, welches eigentlich operativ entfernt werden müsste. Die geplante OP im August durfte aus genannten Gründen ausfallen. Glück gehabt.  

Für das Halbmarathon-Projekt muss ich quasi bis zum 19.10 mindestens auf zwei 10k-Läufe kommen und die auch noch in einer halbwegs akzeptablen Zeit absolvieren. Auch das wird schwierig, wie mein zweiter Testlauf heute Vormittag so zeigte. Wenn die Lunge nicht aufgeht komme ich rechnerisch bei 2:38 raus und praktisch eher bei 3:00. Der 22.Oktober ist für diese Veranstaltung auch ein sehr sehr später Termin. Das habe ich schon deutlich früher erlebt und das Wetter könnte auch ein entscheidender Faktor sein. Als ich 2017 und 2019 lief hatte ich durchaus mehr Vorbereitungszeit und vor dem ersten Halbmarathon sogar noch Zeit ein Buch zu schreiben. (siehe oben rechts. 😉 ) 

Gleichzeitig habe ich aber auch die Idee, Teile des Laufs mit der Kamera zu begleiten. Da das mit dem Smartphone oder der Spiegelreflexkamera ziemlich schwierig wird, habe ich mir eine neue Kamera zugelegt. Mit der dji Pocket 2 im Creator-Bundle will ich das Video von der Veranstaltung für Euch in 4k-Qualität dokumentieren. Ich bin jetzt schon gespannt wie ein Flitzbogen, wie und ob das ordentlich funktioniert.  Das restliche Equipment wird wohl eher das von 2019 mit ein paar kleinen Upgrades bei den Trikotagen. 

Im Grunde ist es ein Spagat zwischen fehlender Kondition mangels Training und großer Eigenmotivation. Aber ich will noch so eine Medaille! 

Und hier noch etwas aus unserem wachsendem Youtube-Kanal. Lasst gerne ein Like und ein Abo da, wenn Ihr mehr davon sehen wollt. 

Der alte Mann, der ich nunmehr inzwischen auch bin, will es sich noch einmal beweisen. Zum 3. Mal über die Brücke und noch einen Halbmarathon hinlegen. 

Ob es gelingen wird? Ihr werdet es auf YouTube in unserem Kanal sehen. Bleibt gespannt. 

 

Untrainierte Grüße 

//O.F.

(c) Foto: Privat

 

Updates: 

Sonntag: 16/10/22 

Das wird wohl nichts! Es war fast schon klar, dass ich mir wieder die Adduktoren zerballer. Beim 3. Lauf, der schon auf 10k ging, merkte ich es nach 6 Kilometer, dass ich mal wieder die Dehnungsübungen vergessen hatte. Eine Adduktoren-Entzündung ist eine Sehnenentzündung am Innenschenkel und nennt sich Adduktoren-Tendopathie. Das ist ziemlich schmerzhaft. Man kommt beispielsweise weder eine Treppe hoch, noch ordentlich herunter, nicht ins Auto hinein oder heraus. Bei dieser Entzündung der Sehnenansätze an der Innenseite der Oberschenkel tut so ziemlich jede Bewegung weh. Was hilft? Tapen, Ruhe, kühlen (bei mir eher Wärme) und abwarten. Viel Magnesium und Calzium soll auch helfen. Ob ich in der nächsten Woche nochmal laufen kann, vermag ich an dieser Stelle nicht zu sagen. Im aktuellen Zustand auf keinem Fall. Leider sind die Teilnahmekarten in diesem Jahr nicht übertragbar, sonst wäre meine jetzt schon an einen anderen Interessenten abgegeben. Ich habe sie noch, doch ich vermute, dass ich sie verfallen lassen muss. Mal sehen, was die Woche so bringt. 

Freitag: 21/10/22

Ein kleiner Testlauf am Morgen endete mit einem Abbruch. Viel zu kalt. Temperaturen bei 6 Grad sind jetzt nicht so unbedingt mein Bewegungsspielraum. Die Startnummernausgabe am Nachmittag war recht unkompliziert und irgendwie habe ich Bock. So richtig. Sicherheitshalber erstmal die Nummer geholt und die ist ja irgendwie schon Karma. 2274 – Es dauerte ein paar Minuten, bis ich es erkannte. 22 für dieses Jahr und 74 für mein Geburtsjahr. Das kann ja nur noch gut werden, oder? Am späten Nachmittag steht noch ein Termin bei der Physiotherapie an. Der will noch etwas reiben und massieren und mir dann sagen, ob ich das Risiko mit den angeschlagenen Adduktoren eingehen kann.  Mit einer ordentlichen Aufwärmrunde sollte das aber gehen. Aber egal was er dann sagt, entscheiden werde ich das immer noch selbst. Ich will diese Medaille unbedingt. Die Zeit, die es braucht ist erstmal nebensächlich. Ich hab‘ Bock.

 

Samstag: 22/10/22

6:00 Uhr, der Wecker klingelt. Die Sachen liegen bereit und das Frühstück ist vorbereitet. Leider meine Beine nicht oder besser die Kniee. Beide Beine dick und quittieren jeden Schritt in der Wohnung mit stechendem Schmerz. Na toll. Ursache war im Nachhinein der Wetterumschwung. Es wurde tatsächlich noch einmal warm und irgendwie bin ich in einem Alter, in dem man das an den Knochen spüren kann. Das wird nicht halten. Auch meinte der Physiotherapeut am Vorabend auch, dass es wirklich keine so gute Idee ist, falls ich nicht zwingend auf einen Krankenschein spekuliere.  Na, Glückwunsch. Ein kurzer Lauf und nach ein paar Kilometern auch die Einsicht, dass ein Abbruch die vernünftigste Lösung ist. Also Feierabend. Das wurde Nichts und bevor der Besenwagen kommt oder mir die Beine gar komplett aussteigen, lieber der gesundheitlichen Vernunft folgen und den Lauf in diesem Jahr unter „Ich hab’s versucht“ abbuchen. 

 

Ausblick

Es ärgert mich maßlos. Erst den ganzen Sommer den Lauf nicht auf dem Schirm gehabt, dann keine Zeit für’s Training und letztlich das Resultat, es nicht geschafft zu haben. Ich brauche für mich selbst aber irgendwie einen Ausgleich für diese persönliche Schmach und mit einem Freund wurde nun beschlossen, das Projekt für das nächste Jahr noch einmal anzugehen. Doch als Entschuldigung für dieses Jahr wird es nicht der Halbmarathon werden, sondern der Ganze. Mehr Training direkt ab der nächsten Woche, über den Winter und ab Frühjahr dann schon Läufe im Bereich 10k, Halb- und mindestens noch einen ganzen Marathon im Sommer irgendwo. 

„The Show must go on“, sagt man doch, oder? 

Wir sehen uns im nächstem Jahr. 

Motivierte Grüße

//O.F.