Tourtipp: Mit dem Fahrrad auf Hiddensee

Die schönste Insel Deutschlands lockte gerade in diesem Sommer viele Touristen an. Kein Wunder, wenn Malle und der Rest der Welt ein ganzes Stück weiter weggerückt sind, als sie es sowieso schon immer waren. Also ist Heimaturlaub angesagt. Wir waren mit dem Rad auf Hiddensee unterwegs. Impressionen und mehr….

Mit dem Rad auf Hiddensee unterwegs.

Das “Söte Länneken” war erst kürzlich das Ziel eines schönen und vor allem abgeradelten Tagesausflugs. Wenn man schon an der Küste wohnt….

Ach Leute, vergesst es. Ich war ernsthaft seit 1997 nicht mehr auf Hiddensee und das ist von hier nur 35 Kilometer weg und kostet nur knapp 90 Minuten mit dem Dampfer und 20 Euronen pro Tour und Person. Allerhöchste Zeit also, mal wieder ein wenig Strand, Meer und Reetdachhäuser zu gucken und einem Besuch aus Niedersachsen mal das volle Olli-MV-Entertainmentprogramm zu bieten. Die Tickets wurden schon am Vortag geordert. Ein guter Tipp in der Hauptsaison und besonders jetzt, da derzeitig nicht alle Plätze auf der Fähre belegt werden können. 

Im Grunde gibt es zwei Möglichkeiten, um auf die schöne kleine Ostseeinsel zu gelangen. Über Rügen mit der Fähre von Schaprode nach Vitte oder direkt von Stralsund aus mit dem Fährdampfer der Weißen Flotte nach Neuendorf oder Kloster.  Auf beiden Schiffslinien ist die Mitnahme von Fahrrädern erlaubt, doch im Grunde gar nicht notwendig. Auf der Insel gibt es an jedem Anleger zahlreiche Möglichkeiten, Fahrräder zu günstigen Konditionen mieten zu können. Wir nutzten die Möglichkeit ab Hafen Stralsund und so ging es recht früh um kurz nach 9 auf eine 90minütige Tour über den Sund und das Küstengewässer von Rügen. Absichtlich waren die Tickets nur bis Neuendorf gebucht. Die Hinfahrt auf dem Sonnendeck der MS “Insel Hiddensee” gestaltete sich auch unter den aktuellen Bedingungen ganz passabel. Ok, die Masken nerven aber da müssen wir nun mal durch.

     Neuendorf auf Hiddensee

Eine Vorabrecherche ergab, dass sich dort ein Freizeitladen mit Verleihmöglichkeiten für Räder finden würde, der auch noch zufriedene Kunden und gute Bewertungen nachweisen konnte. Das ist offensichtlich nicht überall so.  Das eigene Gestühl kann somit schön zu Hause bleiben. 

Radweg von Neuendorf nach Kloster auf Hiddensee

In Neuendorf, dem südlichstem Hafen von Hiddensee, angekommen, ging es dann zu diesem lokalen Vermieter circa 500 Meter in das Dorf hinein, um nach passenden Rädern zu gucken. Ok, Ihr bekommt jetzt nicht das Super-Wahnsinns-Aktuellstes-Hyper-Mega-Teil aber ein fahrbares Fahrrad mit Nabenschaltung und genug Luft in den Rädern für eine Tour über die Insel. Rikschas, Tandems und Kinderräder sind ebenfalls im Angebot. Alles Fahrbar, gut gewartet und verkehrssicher. Apropos Verkehr. Autos gibt es nicht auf Hiddensee. Also nichts, was während der Tour auf den Wegen stören könnte. Nur Sonderfahrzeuge sind zugelassen. Der Rest funktioniert auf der ganzen Insel voll ökologisch mit Kutsche. Beide Räder kosteten für das Tagesticket 12 Euronen. Also so ungefähr von 11 Uhr bis 16:30. Grundsätzlich ziemlich fair. Alle Anbieter haben – so man denn die eBikes mal außen vor nimmt – fast identische Preise aber eben nicht identische Räder. Selbst die Fischbrötchen kosten übrigens überall gleich und die sind für jeden Hiddensee-Touristen ein Must-Have. ^^

Mit zwei Leihrädern ging es nun auf einem recht breitem Wege in Richtung Vitte und Kloster. Ziel war der Leuchtturm im Norden der Insel.  Die Insel ist nur ein paar Kilometer lang und so ist der Weg auch nicht weit und auch für ungeübte Radler problemlos zu schaffen. Auf dem Weg kann man gut Fußgänger und andere Radfahrer und auch die Transportkutschen überholen, wenn man denn will. Zwischendurch gibt es an der Westküste genügend Strandzugänge, um auch mal einen Blick auf’s Wasser zu werfen oder sich selbst mal kurz in Selbiges. Kontinuierlich bewegt man sich so in Richtung Vitte und dort kann man etwas shoppen und Häuser gucken oder was essen. Weiter Richtung Norden auf dem Weg nach Kloster geht es weiter auf dem befestigtem Weg und die Tourenräder fuhren gut. Durch die Bewertungen bei Google habe ich mir sicherheitshalber mal mein Fahrradwerkzeug in den Rucksack gestopft und konnte so unterwegs mal die Sattelposition nachjustieren. War eine gute Idee.

Die Strandaufgänge über die Dünen der Insel bieten genug Möglichkeiten, hier mal einen Blick auf die Ostsee zu werfen, für ein kleines Picknick oder zum Muschelsuchen zu halten. 

Die Leihräder auf Hiddensee
Die Leihräder romantisch am Strand ^^

Wie Ihr seht, sind die Leihräder nichts Dickes. Aber sie fahren eben und das sollte doch auch ausreichen.

Lang ist der Weg nun auch wieder nicht und bei schönem Wetter sind auch die Schmerzen im Popometer schnell wieder vergessen. Der Radweg ist gepflastert aber sehr glatt. Ich muss schon sagen, dass er zu den Top-Wegen gehört, die ich je gefahren bin. Gut, das Bike schluckt die winzigen Unebenheiten auch ganz gut weg, doch im Grunde geht es auf so einem Weg direkt von Neuendorf bis nach Kloster. Erst dort werden die Wege deutlich schlechter und bis zum Leuchtturm Dornbusch fährt man dann über Plattenwege oder gar unbefestigtem Terrain bis zum Plateau des Leuchtturm hinauf. Bis hier hat man dann von Neuendorf aus, knapp 11 Kilometer in die Pedalen gekurbelt und die Aussicht entschädigt für alles! Garantiert.

Leuchtturm Dornbusch Hiddensee

Bis zum Leuchtturm ist man somit also längs der Insel einmal fast komplett hoch. Eine wunderbare Aussicht auf die Ostsee entschädigt für eventuelle Strapazen mit dem Rad und zwischendurch gibt es noch genügend Anlaufstellen, wo eine Rast angenehm entspannend wirkt. Ob die Museen und Ausstellungen in Kloster oder die zahlreichen kleinen Restaurants, die auch unter diesen aktuellen Bedingungen volle Leistung bringen und das Wohl des Gastes immernoch ganz nach oben stellen. Also, für mich gibt’s ja hier nur Fischbrötchen und ein ordentliches Störtebecker Kaltgetränk, doch wer nach mehr verlangt, wird hier auf der Insel überall fündig. 

Ich hatte für diesen Artikel die Tour schon mal bei Strava getrackt, doch oben auf dem Plateau am Leuchturm das Telefon dann abgeschaltet um etwas Akku zu schonen. Somit ist hier im kettentreter-Account bei Strava nur die halbe Strecke drin. Und bevor mal wieder jemand lacht…. ja es war langsam und gemütlich. Es treibt einen ja keiner bei so einer Tour. Man muss die Seele auch mal baumeln lassen können. ^^

Etwas nett unterhalten, die Sonne genießen und ab und an mal über den Deich gucken um die vielfältige Art der Küstenlinie von Hiddensee bewundern zu können macht auch eindeutig mehr Spaß. 

 

 

Der Rückweg ist genauso entspannt, wie die Hintour.  Da es zum späten Nachmittag auf dem Wasser doch mal ein wenig frischer werden kann, ging es in den Fahrgastraum. Dieser ist, so wie alle Schiffe der Flotte, sehr sauber. Aktuell sind einige Plätze gesperrt, da einige Politiker das gerne so wollen. Damit kann man aber leben und mehr Platz hat man dadurch eigentlich auch für sein Gepäck. Wie schon erwähnt, nervt die Maskenpflicht. Doch wenn man was isst oder trinkt geht es ja nicht mit Maske und das Problem ist für eine gewisse Zeit mal vom Tisch. ^^

Alles in Allem ein gelungener Tag mit viel Aktivität und Entspannung. Seeluft und Sport sorgen definitiv für eine gesunde Müdigkeit am Abend. Wer sich sein eigenes Rad auf die Insel mitbringen möchte, zahlt zu den 21,-Euronen Ticketgebühr noch einen Transportaufschlag und das ganze natürlich auch für die Rücktour. Dafür wird man mit einem MTB oder eMTB ab Kloster ganz sicher durch deutlich mehr Komfort belohnt. Notwendig ist es aber jetzt nicht.  Zudem stehen die Räder dicht an dicht und Schrammen oder Kratzer dürften vorprogrammiert sein. 

Gesperrte Sitze auf der Überfahrt

Wer will das schon an seinem Lieblingsrenner? Übrigens ist man mit einem Renner auf der Insel völlig falsch. Cyclocross, MTB und City- bzw. Tourenrad sind hier die angesagten Fortbewegungsmittel. 

Auf jeden Fall macht so ein Tag viel Spaß und zeigt, dass auch Heimaturlaub seine Vorteile haben kann. 

In diesem Sinne…

verurlaubte Grüße

//O.F.

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