Ohne Brille unterwegs? Wieso? feat.@Rockbros

Zack! Und schon wieder fast die Kontrolle über das Rad verloren wegen einem Ast, einer Unterwurzelung auf dem Radweg oder einem anderen Hindernis, was man nicht oder viel zu spät gesehen hat. Wieso sind so viele Brillenträger ohne Brille unterwegs? Hier gibt es die Lösung!

Brilleneinsatz für die Fahrradbrille 

Es geht so schnell und ist mir schon so oft passiert. Eine Unterwurzelung auf dem Radweg, Rillen im Beton oder ganze Schlaglöcher oder Äste auf der Straße. Im günstigsten Falle konnte ich das parieren (was manchmal durch den nachfolgenden Verkehr auch nicht ganz ungefährlich war), ab und an gab es einen platten Schlauch und zweimal im Jahr lag ich definitiv im Straßengraben wegen einem Missgeschick, an dem ich selbst die Schuld trug. Ich habe nichts gesehen!

Ich bin Brillenträger und als solcher ist die Brille das Teil, was ich am Abend zuletzt aus der Hand lege und am Morgen zuerst in die Hand nehme (wenn in der Zwischenzeit nichts oder niemand dazwischen kommt, was oder die auch in die Hand genommen werden will 😉 ) . Und das geht nun schon seit 46 Jahren so. Nur beim Fahrradfahren hatte ich immer mal wieder verschiedene Ambitionen. Ich benutze, besonders für das Rennrad, natürlich Fahrradbrillen. Gelegentlich lasse ich meine normale Brille auf und setze die Fahrradbrille darüber. Das ist eher so Mittel, denn dadurch sitzt die Radbrille nicht richtig und der Wind kommt trotzdem ins Auge. Ging aber so. Wie gesagt. Eher Mittel aber es ging. Man ist schließlich leiderprobt. Viel öfter aber fuhr ich nur mit Fahrradbrille und ließ die normale Brille für den Fall der Fälle in der Satteltasche. Das führte dann oft zu oben beschriebene Situationen. Ich hätte mir locker 10 Schläuche sparen können, wenn ich die Äste oder Dornen gesehen hätte, bevor sie sich in die Reifen bohrten und auch ein paar Schläge ins Gemächt, durch Wurzeldurchbrüche auf alten Radwegen verursacht, hätte ich mir gut erspart, wenn ich meine normale Brille aufgesetzt hätte.

Das Set mit dem Inlay

Ich trage gerne die preisgünstigen Brillen von RockBros und schieße die für knapp 14 Euronen mit Versand bei Ebay. Ich hatte sie auch schon mehrfach hier auf diesem Magazin vorgestellt. Bei diesen Fahrradbrillen bekomme ich nicht nur polarisierende Gläser und noch viele Wechselfarben für verschiedenste Einsatzgebiete, ich bekomme auch einen Brillen-Clip dazu, den man sich mit Gläsern seiner eigenen Sehstärke beim Optiker anfertigen lassen könnte. Tja. Könnte. Hab ich nie gemacht. Bis jetzt. 

Der Zufall wollte es, dass ich zunehmend in den letzten Monaten schlechter sehen konnte. Ob Nah- oder Fernsicht. Alles irgendwie nur noch Suppe. Man passt sich halt an. Lesematerial dichter vor die Augen und bei der Fernsicht einfach über die Brille drüber gucken und den Kopf senken. Es ist so einfach.

Ein Test ergab schließlich, dass meine Augen im Fernsichtbereich schneller besser werden (wohl altersbedingt) und ich für die Nahsicht eine Lesebrille mit anderen Werten benötigen würde. Wohl auch altersbedingt. Ok, die alten Davidoff-Gestelle ausrangiert und neue Brillen gekauft. Jetzt schleppe ich zwei mit mir herum und bin überrascht, wie weit oder gut die Fernsicht plötzlich wieder ist und Kleingedrucktes ist nun auch kein Problem mehr. Ein Wunder ist geschehen. Preiset den Herren!  Die Augen hatten sich in den letzten Jahren um mehr als die Hälfte verbessert und nach Aussage des Augenarztes werde ich wohl für die Fernsicht in 3 bis 5 Jahren gar keine Brille mehr benötigen. Wohl aber für die Nahsicht.  

Das Inlay mit der Hilfsbrille von innen geklemmt

Und da fiel mir plötzlich der Einsatz in den Fahrradbrillen ein. Wie wäre es, wenn ich nun endlich mal da auch zwei Ferngläser reinstecken lasse? Gesagt getan und den Optiker meines Vertrauens, einem Mann der offensichtlich Fiel kann, mir dafür ein Angebot zu machen. Überraschenderweise landete ich für die zwei Gläser bei nur 28,50€. Großzügig, wie ich eben zu mir selbst nun mal bin, hab ich das dann gleich geordert und knapp eine Woche später war auch der Einsatz mit meiner Fernseh-Stärke (ich habe gar keinen Fernseher) fertig und abholbereit. Vor Ort schnell von Hinten in die dafür vorgesehenen Nasen eingeklippt und los. Oh Wunder! Es geht!  Die Testrunde wurde bei der Gelegenheit gleich etwas länger. Ich konnte ja wieder alles und sogar rechtzeitig erkennen. 

Je nach Tönung und Glasfarbe auch von außen kaum zu sehen

Hier also mein Aufruf an alle Brillenträger, die den – wirklich schlechten – Kompromiss eingehen, und beim Radfahren ohne Sehhilfe fahren: 

Lasst Euch diese Clip-Brillen anfertigen und benutzt die auch. Ich weiß von vielen Leuten, bei denen dieser Clip ungenutzt in der Schachtel herumliegt. Mit den Gläsern in der eigenen Sehstärke ist die Fahrt deutlich sicherer und angenehmer. Ich für meinen Teil brauche die Radbrille nun nicht mehr zu Hause lassen und schütze meine Augen besser vor Fahrtwind oder Insekten und kann gleichzeitig wieder alles erkennen. Ein gefühlter Zugewinn von mindestens 500%. Letztlich bin ich fast schon böse mit mir selbst, dies die letzten 6 bis 8 Jahre immer so sträflich vernachlässigt zu haben. Am Geld liegt es nicht. Die 30 Euronen haben sich für mich wirklich gelohnt. Ich bin mega-zufrieden mit der Entscheidung. 

Getestete Grüße

//O.F.