magped im Test – Mit Magneten am Pedal [Unboxing + Test 2/2]

Kommen wir in diesem Artikel nun endlich mal zum Praxistest der magped Pedale. Wie sie funktionieren und wie mein ganz persönliches Fahrgefühl war, erfahrt Ihr in diesem Artikel.

Magped Pedale im Test – Teil 2 – Die Praxis

Die Pedale sind recht schnell montiert. Je nach bestehendem Pedalset benötigt man nur einen 15er-Maulschlüssel für die alten Pedale und für die Magped-Pedalen einen Innensechstkantschlüssel. Da mir die grünen Sport2 farblich nicht gefielen und ich auch nicht davon überzeugt bin, dass Ihr mir glauben würdet, dass ich grüne Pedale an meinem Crosser längerfristig fahren würde, gingen diese zurück und ich montierte die schwarzen (dunkelgrauen) Magped Ultra am Cyclocrosser. Das ging ziemlich einfach und war auch nicht schwer. 

Die erste Probefahrt wurde dann mit normalen Laufschuhen gemacht. Ok. Griffige Pedale und beidseitig mit normalem Schuhwerk nutzbar. Das war für die kurze Runde auf dem Crosser durch die Stadt schon sehr nice. Die Pins an den Pedalen halten den Schuh auch ohne Magnetsystem gut fest. Die Verarbeitung ist ausgezeichnet und die Pedale laufen exzellent auf der Spindel. Auch einen zweiten Test mit dem Crosser zum Job mit Stahlkappen-Arbeitsschuhen meisterten die Pedalen bravourös. (Ja, mein Crosser ist auch manchmal mein Fortbewegungsmittel für den Alltag.) Doch man testet ja kein Pedalsystem ohne auch den zweiten Teil des Systems. 

Die Magped-Pedale haben natürlich auch Schuhplatten, die montiert werden müssen. Ohne wäre das System ja gar nicht funktionsfähig. Also gingen von meinen Shimano Click’R Schuhen, die inzwischen gut abgenutzten SPD-Cleats ab und die mitgelieferte Platte wurde montiert. Auch das war ein Kinderspiel. Wer hier Hilfe benötigt, kann sich die Montage- und Einstellprozedur leicht in einem Supportvideo auf der Webseite von Magped ansehen. Ihr findet es ganz leicht im unteren Bereich der Seite. Ich habe es mir auch angesehen und es ist großartig gemacht und erklärt das richtig einfach. Selbst Anleitungslegastheniker wie ich verstehen das. 

Ich entschied mich bei der Montage für die vorderen beiden der vier vorhandenen Befestigungslöcher des SPD-Systems.  Im Lieferumfang befindet sich noch ein Cover für die Platten, welches hier eine bessere Positionierung des Schuhs auf dem Pedal garantieren soll. Das habe ich nicht montiert, da ich auf dem Crosser doch gelegentlich mal von den Pedalen muss und auch mit den Schuhen laufe und ich mir sicher bin, diese Cover recht schnell zu zerbrechen. Zudem korrigiere ich gerne mal die Füße und beim Cyclocross wäre so eine Positionierung vielleicht unvorteilhaft (meine Gedanken). 

Die Schuhe haben, wie man auf dem Bild sieht, ein sehr flaches Profil und sind eher für Commute und Trekking-Touren gedacht. Weniger für schlammige MTB-Rides. Bei mir liegen die Platten jetzt noch gut zwei Millimeter unter der Sohlenoberfläche. Durch die Pins und die Pedaloberfläche wird dies aber negiert und der Schuh passt optimal auf die Plattform.

Damit nicht schon am Anfang die 200 Nm-Magnete am Fuß ziehen, hatte ich an den Pedalen die Magneten voll auf die tiefste Position gedreht. 

Die erste Probefahrt

Ok, das war geil!

Was anderes fällt mir wirklich nicht ein, wenn ich das beschreiben soll und ich schreibe neben dieser auch noch auf anderen Webseiten und Bücher in verschiedenen Genres. Aber die einzige Antwort, die ich fand war – Es war einfach geil! Das war so das Dejavu, dass ich mir das schon mit 12 Jahren irgendwie gewünscht habe, dass die Pedale einfach mit Magneten an den Schuhen kleben. Zudem laufen die Pedale sehr weich auf der Titanspindel.

Der Fuß ist flexibel auf dem Pedal, kann seine Position in alle Richtungen ändern und löst sich super wieder vom Magneten am Pedalkörper und das auch mit wenig Kraftaufwand. 

Beim Sprint heraus aus dem Sattel hielten sie die Füße fest auf den Pedalen. Das war schon eine krasse Erfahrung. Es sind dabei nur Magnete! Man muss das irgendwie für sich selbst auch erst realisieren, wenn man vorher jahrelang andere Systeme gefahren ist und nun die Sicherheit und gleichzeitig die Freiheit von magnetischen Pedalen benutzt.  Länger als der Fuß benötigt wohl der Kopf um sich hier umzustellen. Man weiß, dass man den Fuß korrigieren kann und auch sicher und schnell genug ohne Faxen oder Abitur über das Pedalsystem wieder von den Pedalen kommt. 

Man kann jederzeit zur Seite oder nach oben mit dem Fuß weg und hängt bei konzentrierter Fahrweise sicher am Pedal und kann auch den Zugeffekt nutzen.  Das macht sich bei Sprints oder an Steigungen sehr bemerkbar. 

Mehr davon! 

Trotz dem gutem Einstellungsvideo wollte ich wissen, was passiert, wenn man am Magneten was ändert und ich schraubte ihn dann immer mit halben Umdrehungen aus dem Pedal heraus. Je mehr das passierte, desto mehr klebten die Magnete am Schuh und trotz der Empfehlung, bei meinem Gewicht (durchtrainierte 87 Kilogramm) die 200er Magnete zu wählen, bekam ich dann schon Probleme, den Fuß wieder von der Pedale zu lösen. Wenn der Magnet zufasst, dann fasst er auch zu und das für ewig. Die Technik hält länger als ‘ne gute Ehe. Magped stellte mir noch zusätzliche Pedalplatten zur Verfügung, die ebenfalls magnetisch sind und die Haftung noch um weitere 30% erhöhen sollen. Auf einen Test von diesen habe ich nach den Erfahrungen nach den Einstellungen verzichtet. Die Magnetkraft reichte mir völlig. Also gingen die auch mit den grünen Sport2-Pedalen zurück nach Österreich.

Nach kurzer Zeit wusste ich dann, wo der Magnet für mich und in der Kombination mit den Shimano Click’R-Schuhen stehen musste um perfekt zu funktionieren. Das muss man etwas ausprobieren und dann passt es irgendwann. Jeder Fuß ist anders und jeder Schuh auch. Probieren geht über studieren. Auf den ersten Touren um die Haustür einfach das beigelegte Werkzeug oder besser den Innensechskantschlüssel mitnehmen und dann wird das schon. Positiv denken! Auf jeden Fall braucht man sich keine Gedanken um irgendwelche Gradzahlen  und Winkeln machen, wie bei anderen Systemen. Die Platte ist ohne dem beigelegten Cover groß genug für jede individuelle Fußposition auf dem Pedal. Einfach perfekt.   

Die magped-Ultra-Pedale sind einseitig. Das bedeutet, dass man auf der anderen Pedalseite ein normales Plattformpedal hat. Bei weiteren Fahrten kam es durchaus vor, dass ich auf der einen Kurbelseite eben nicht die richtige Seite traf. Das wurde aber immer innerhalb von maximal zwei Kurbelumdrehungen behoben. Im Vergleich zu den Look KeO’s und dem entsprechendem Test war das ein absolutes Novum und funktionierte immer perfekt. 

Dann kam der Moment und ich wollte es genau wissen. Wie sieht es auf dem MTB aus?

Also wurden die Pedale vom Lightspeed an das Aim geschraubt. Gleiches Ergebnis! Die magped Ultra machen wahnsinnig viel Spaß. Die Schuhe brauchten dabei nicht umgestellt werden. Die Platten waren ja schon dran. Je nach Geschmack kann man die Intensität der Magnetkraft ja noch korrigieren aber ein Ride durch eine MTB-Strecke im heimischen Stadtwald bewies auch hier die Vorteile des Systems. Wer Hartcore-MTB’ler ist oder die Möglichkeiten für Downhill in einem Bikepark hat, findet bei magped auf der Webseite auch das Modell Enduro, welches sogar doppelseitig ist.

Eigentlich war der Test jetzt an dieser Stelle beendet und plötzlich passierte es: 

Schnee im Norden. (also für unsere Verhältnisse soviel wie seit 11 Jahren nicht mehr)

Grund genug, das Crossbike gleich noch einmal über die Pisten im Stadtwald zu jagen.  Da das erwähnte Aim von jemand anderem in der Familie genutzt wird, wurden die Pedale fix zurückgeschraubt und waren wieder am Cyclocrosser. 

Und jetzt war ich restlos von den magped Ultra begeistert. Am Cleat – oder besser der Schuhplatte – klebt kein Schnee und daher auch an den Pedalen nicht. 

Selbst in Situationen, die viel Balance erforderten hatte man sicheren Stand auf den Pedalen und die Wackler waren eher der fehlenden Fahrpraxis auf diesem Untergrund geschuldet. Nur einmal hatte ich für einen Bruchteil einer Sekunde Angst, dass ich gleich auf der Seite liegen würde, doch der Fuß löste sich von der Pedale und ich konnte mit einem kurzen Aufsetzer korrigieren. Crazy! Es war der Kopf, der noch nicht mitgespielt hatte. Der war noch bei einem kompliziertem, mechanischem Clicksystem a la SPD-Pedal. 

Fazit:

Du bist auf der Suche nach einem hervorragendem Pedal und willst nicht das übliche SPD-System verwenden aber dessen Schuhe oder deren Alternativen? Dann bist Du bei magped auf jeden Fall genau richtig. Ob in der Stadt, auf dem Weg zur Uni oder Arbeit, beim Training im Bikepark oder ganz wild in einer Freestyle-Session. Die magped-Pedale werden dich begeistern.

Wer voreilig war und geluschert hat…. ja, ich weiß selbst dass die Teile preislich recht heftig sind. Da überlegt man gerne zweimal. Ab 179,-€ für das Set inkl. Platten ruft magped dafür auf. Doch vom System her haben mich die Pedale auf dem Cyclocrosser und auf dem MTB überzeugt. Du hast jederzeit die Gewissheit und damit auch die Sicherheit, dich von den Pedalen schnell lösen zu können. Das schafft in Gefahrensituationen im Straßenverkehr wie auch beim Training auf MTB, Crosser, Gravelbike oder schlicht auf dem Commuterrad einen enormen Vorteil und unterstützt deine Leistung gleichzeitig beim fahren in der Stadt oder beim Sport. Glaubt mir. Ich habe oft genug im Wald oder auf der Straße gelegen, weil ich nicht im richtigen Augenblick aus dem Pedalsystem kam. Das passiert hier nicht, wenn man sie für sich selbst optimal eingestellt hat. Optik, Qualität und Handhabung sind absolut kritikfrei. Besser geht’s doch eigentlich nicht. Zugegeben, etwas Übung ist schon notwendig und vor allem muss man den Kopf überlisten, wenn man vorher lange was anderes gewohnt war. Besonders, wenn man von Clippless-Pedalen kommt, dauert es länger als nur 10 Minuten. Wer vorher nur Plattform gefahren hat, wird mit den magped Ultra oder den magped Enduro bestimmt sehr glücklich. 

Ich persönlich finde die Teile großartig. Ehrlich. Es gibt auch, wie schon erwähnt, ein Modell für das Rennrad und das steht jetzt ganz oben auf meiner Einkaufsliste.  (Test folgt im Frühjahr/Sommer garantiert). Schaut Euch gerne bei magped um und informiert Euch über das System und die verschiedenen Anwendungsbereiche. Es lohnt sich wirklich und probiert das aus. 

kettentreter vergibt hiermit offiziell den KAUFTIPP 2021 für Pedalsysteme. 

 

 

Getestete Grüße

//O.F.

PS: Ein paar schöne Fotos folgen noch. 

PPS: Grüße an Paul, Harald und das ganze Team von magped. ! 

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