10 Tipps für den Gebrauchtradkauf

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Es kann viele Gründe dafür geben, warum es nicht immer ein niegelnagelneues Rad vom Fachhändler wird. Viele Menschen kaufen ihr Fahrrad eben auch gerne mal gebraucht. Wir geben Euch hier 10 Tipps für den erfolgreichen Fahrradkauf, wenn es ein Gebrauchtrad sein soll.

10 Tipps für den Fahrradkauf – Kauf fahrbar und keinen Schrott

 

fundgrube_bianchi_rivusEin Gebrauchtradkauf kann durchaus lohnend sein, wenn Du ein passendes Rad für die Neujahrsvorsätze suchst. Wenn man sich in den Kopf setzt, etwas mehr Rad fahren zu wollen, muss man ja nicht gleich zum Fachhandel rennen und viele grüne Scheine auf den Tisch legen. Für den Einstieg in den Radsport oder als Tagesfahrgerät geht bei vielen auch Gebrauchtware. Auch für den Einstieg in den Radsport, mit dem Wunsch nach einem Cyclocrosser, gutem MTB oder Rennrad, ist man beim Gebrauchtkauf gut beraten. Viele kilometererfahrene Radler verkaufen ihre Räder nach der Saison und auch über Winter um sich selbst das nächste hypermoderne Radel zu gönnen. Eine gute Chance für ein qualitativ hochwertiges Schnäppchen und vor allem jemanden zu treffen, der gleich mal ein paar wertvolle Tipps für den Einsteiger in Punkto Strecken oder notwendiges Zubehör bereit hält.

Mit ein paar Dingen, die man beim Gebrauchtradkauf beachtet, fährt man dann hinterher definitiv auch nicht verkehrt.

Unsere 10 Tipps für den Gebrauchtradkauf

1. Was Du willst und wirklich brauchst!
Ganz wichtig vor dem Gebrauchtradkauf ist es, selbst zu wissen, was man eigentlich will. Was für ein Rad soll es sein? Was will ich damit machen? Wie lange soll es halten? Wo liegt das Budget? Brauche ich wirklich ein Gebrauchtrad oder geht nicht doch ein neues? Wo will ich damit fahren? Kann ich so ein Rad selbst warten? Fragen über Fragen, die Du dringend vorher klären solltest. Nicht wenige haben sich schon Rennräder gekauft um dann festzustellen, dass ein MTB oder Cyclocrosser deutlich passender gewesen wäre.

2. Schau mal beim Händler vorbei!
Erster Anlaufpunkt nach einem Gebrauchtrad sollte auf jedenfall der Fachhandel sein. Klingt komisch? Viele Händler nehmen ab und an mal ein Rad in Zahlung. Besonders wenn sich die “Radsportfreaks” mal wieder das allerneueste Modell zugelegt haben, obwohl das alte gerade 2 Jahre alt war. Beim Fachhändler bekommst Du mit etwas Glück ein durchgechecktes Bike zu guten Konditionen, da der Händler da ja nun auch nicht auf Massen an Gebrauchtware sitzen will. Ein Gespräch mit dem Verkäufer öffnete da so manchem schon mal eine Hintertür mit Schnäppchen. Einige Händler veranstalten mehr oder weniger regelmäßig auch Fahrradbörsen, wo Privat sein Rad prüfen und zum Verkauf anbieten kann.

3. Regional genial!
Das heilige Internet ist auch aus der Fahrradbranche nicht wegzudenken. Also kannst Du Dich in die Weiten des Internets begeben, solltest da aber nicht soweit rausschwimmen. Stichwort: Kleinanzeigen. Es gibt viele Kleinanzeigenportale, wo Du Dein nächstes oder überhaupt Dein Rad finden kannst. Schau regional in den Kleinanzeigenmärkten. Hier bekommst Du die Sales aus Deiner Stadt präsentiert und kannst auch im näheren Umfeld suchen. Manchmal steht das, was Du suchst, nur ein Dorf weiter weg. Gerade sportliche Räder sind für die Region vom Vorbesitzer bereits angepasst. Sprich: Wenn ein Bayer im Internet mein Rennrad kauft, kommt er auf Grund meiner Kassettenwahl die Berge wohl eher nicht hoch. Umgekehrt brauche ich hier auf dem Deich keinen 3fach-Kranz vorne und keine 34-12er Kassette hinten, es sei denn, ich fahr den Vorbesitzer mal besuchen.

4. Getestet und vorgeführt!
Vorführbikes und Testräder von den einschlägig bekannten Fahrradversendern sind ebenso eine Alternative bei der Schnäppchensuche. Bis zu 30% vom Neupreis sind hier möglich. Das Vor- oder gar Vorvorjahresmodell gibt es ganz kurzfristig in den Schnäppchenbörsen der Versandhändler. Einige Räder standen in Präsentationshallen, wurden zu Messen mitgeführt, haben leichte Kratzer vom Transport oder waren bei Magazinen wie unserem zum Test und sind nun zurück. Alles mögliche Gründe für die hohen Preisreduzierungen. Allerdings muss man da dann auch direkt draufzukommen und bereits genau wissen, was Du eigentlich suchst. Gerade bei Renn- oder Crossbikes sollte man seine Rahmengröße schon kennen. Durch die hohen Rabatte sind die Räder bei den Versendern schnell vergriffen.

5. Kommt Zeit, kommt Rad!
Mach Dir auf jeden Fall keinen Stress bei der Suche. Das ist kontraproduktiv und führt zu Mehrausgaben oder Fehlen beim Fahrradkauf. Auch wenn Du Dir vorgenommen hast, 2016 mehr Rad zu fahren und wir schon in der 3. Woche sind, ist Stress ein schlechter Begleiter bei der Suche. Wenn es in dieser Woche nicht das richtige Rad für dich gibt, dann ist es so. Keine Panik. Es kommt garantiert vorbei. Kauf nicht überstürzt und panikartig. Das Traumbike könnte nächste Woche schon angeboten werden und Du hast vorher bei der Alternative zugeschlagen. Dann ärgerst Du Dich und die Radtouren machen durch den schlechten Gedanken im Hinterkopf dann weniger Spaß. Wir wissen ja: Karma ist ‘ne Bitch.

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[section_title title=Gebrauchtradkauf – Tipps – Teil 2]

6. Kauf mit Adresse und nicht irgendwo!
Du kannst davon ausgehen, dass Du Dein Gebrauchtrad beim Gebrauchtwarenhändler oder bei den Kleinanzeigen finden wirst. Ersterer hat eine Geschäftsadresse. Zudem prüfen die meisten A&V-Geschäfte in ganz Deutschland die Räder vor dem Ankauf über die Polizei auf Diebstahl. Das ist schon mal gut und sicher.
Kaufst Du über Kleinanzeigen, triff Dich auf keinen Fall für den Kauf in einem Park oder einem öffentlichen Platz. Falls etwas mit dem Rad ist (sprich – Heiße Ware) brauchst Du eine Adresse, die man den Herren in Uniform geben kann, wo man das Rad her hat. Bei Verkäufen auf offiziellen Flohmärkten machst Du bitte unbedingt einen Kaufvertrag, der die Rahmennummer und eine verifizierte Verkäuferadresse (Ausweis zeigen lassen) enthält.

Fahrradcodierung hilft.
Fahrradcodierung hilft.

7. Sicherheit ist der beste Schutz
Prüfe vor dem Kauf, ob das Rad eventuell gestohlen ist. Inzwischen gibt es im Internet diverse Portale, wo ein Rad bei Verlust als gestohlen eingestellt werden kann. Neue Technologien, wie die App von Fahrradjäger, sind sehr beliebt und communitybasierend. Wenn Du nicht willst, dass Dich in ein paar Tagen oder Wochen jemand vom Rad zerrt, check vorher, ob es wirklich dem Verkäufer gehört. Ist es codiert, lass Dir auch den dazugehörigen Beleg zeigen. Ist er nicht vorhanden, prüfe den Code. Eine Anleitung dazu gibt es hier und beim ADFC. Kaufbelege, gerade bei jüngeren Fahrrädern, sind generell ein guter Indikator für ein sicheres Fahrrad. Diebe haben keine Kassenzettel! (Ganz schlau wäre derjenige, der unser Bike klaut. Das taugt nur noch als Sammlerobjekt. 😉  )

8. Vitamin B1 – Begutachtung
Du hast ein Rad gefunden? Glückwunsch. Doch halte Deine Freude noch etwas zurück und zeige dem Verkäufer nicht gleich, dass Du es fast ungesehen nimmst. Eine gründliche Begutachtung sollte drin sein. Sind die Räder noch gerade, die Decken noch fit, geht die Beleuchtung und die Schaltung, Bremse auch ok?, gibt es Geräusche bei der Kurbel, fehlen Anbauteile, sind vorhandene Federungen noch intakt und der Rahmen gerade? Schau gründlich über das Rad und auch gerne mit der Nase am Metall oder Alu. Gerne auch aus verschiedenen Blickwinkeln. Manche Macken oder gar Materialrisse erkennt man nur, wenn das Licht “blöd” steht oder sehr diffus ist. Eine vernünftige und glaubwürdige Story über das Bike sollte der Verkäufer währenddessen schon auf Lager haben. Prüfe das Rad auch von unten! Schau die Schrauben und Muttern gründlich an. Ausgenudelte Innensechskant machen schon beim späteren Bikefitting große Probleme und verursachen unter Umständen erhebliche Mehrkosten in einer Fahrradwerkstatt.

9. Vitamin B2 – Bikefit
Natürlich kannst Du vor Ort kaum ein ordentliches Bikefitting machen. Grundsätzlich sollte das Rad aber passen. Das findest Du am besten bei einer Probefahrt heraus. Ok. Auch mir wurde mal ein Bike gezogen, da der Probefahrer nicht wiederkam. Viele Verkäufer sind da vorsichtig geworden. Biete einen Pfand (nicht den Personalausweis, USB-Sticks oder Handys) an. Ein Schlüsselbund sollte reichen. Einigt Euch auf einen Pfand. Ein ehrlicher Verkäufer wird einer Probefahrt zustimmen. Bei der Testfahrt findest Du heraus, ob es irgendwo Macken gibt und wie oder wo Du noch was verändern musst, damit es bequem und sportlich zugleich sitzt. Rechne auch gegebenenfalls notwendige Ersatzteile bei Defekten oder dem späteren Umbau mit hinzu. Ein Satz Bereifung kann, je nach Rad beispielsweise bis zu 80 Euro kosten.

10. Rad im Magen.
Wie liegt’s denn so? Was sagt das Bauchgefühl? Alles stimmig? Bei vielen Sachen muss Kopf und Bauch Eins sein. Auch beim Gebrauchtradkauf. Dann ist man hinterher auch lange zufrieden mit seiner Anschaffung und es kann den Wünschen gerecht werden, die man an das Fahrrad so hat.
Passt der Preis? Eine schnelle Querprüfung des aufgerufenen Bikes über das Internet lässt schnell herausfinden, ob am Preis noch was geht oder ob man im Limit liegt.
Geht man mit gutem Bauch- und Kopfgefühl das Geschäft ein, wird der nächsten Ausfahrt mit viel Spaß nichts mehr im Wege stehen. Ist irgendwo was unstimmig, nochmal nachhaken, prüfen und ganz wichtig:
Im Bedarfsfalle vom Kauf Abstand nehmen! Dann ist es das eben nicht DAS Rad.

Getippte Grüße

//O.F.

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